Freitag, 5. April 2013

... vs. Sydney

Nach ein paar Tagen ging es nach Sydney, Melbournes großen Rivalen. Die beiden Städte konkurrieren darum, welche die wirtschaftlich größere, für Touristen schönere und politisch bedeutsamere Metropole ist. Dieser Konkurrenzkampf besteht übrigens seit der weißen Besiedlung; 1908 wurde die Planstadt Canberra als Hauptstadt bestimmt, um den Kindereien ein Ende zu setzen. Was nichts daran ändert, dass sich nach wie vor sowohl Sydney als auch Melbourne für die eigentliche Hauptstadt Australiens halten.
Da mussten wir uns natürlich selbst eine Meinung bilden. Wir kamen in einem netten Hostel im quirligen Stadtteil Kings Cross unter, der voller Backpacker und nachts ebenso belebt wie tagsüber ist, und begannen, die Stadt zu erkunden. Zu Fuß, weil wir so am besten die Stimmung der verschiedenen Stadtteile und deren Übergänge wahrnehmen konnten. 

Großstadtgefühle in Kings Cross
Frankfurt nach links etwa 16.500 km, Berlin nach rechts etwa 16.000 km - wir sind wirklich ziemlilch genau auf der anderen Seite der Erde
Was für ein Trio: die Oper, die Sydney Harbour Bridge und Lukas
Die Skyline des Bankenviertels
Doch sogar zwischen all diesen Hochhäusern sind gemütliche Cafes zu finden! Wir sind begeistert
im Zentrum
Palmen und Hochhäuser
Das Prachtstück eines Kopenhageners (nein, Papa Hans, wir sprechen nicht von Gebäck!), der das fertiggestellte Gebäude nie gesehen hat
Unsere Portion Geschichte und Kultur haben wir uns bei einer Führung im alten Government House und bei einem Besuch des Museum of Sydney abgeholt. Das war besonders spannend, weil wir vorher eine ganze GEO Epoche über die Geschichte Australiens gelesen hatten und wir vieles gut einordnen konnten, da konnten wir uns kaum losreißen. 

Lukas bestaunt eine exakte Nachbildlung der First Fleet, der Flotte von 11 Schiffen, die 1787 in England lossegelten, um Australien zu besiedeln
Im Royal Botanic Garden, wo auch das alte Government House steht
Einen Tag widmeten wir dem Manly Walk, einer Wanderung auf der Landzunge, auf der Sydneys Stadtteil Manly liegt, mit schönen Ausblicken und am Wasser entlang. Vielleicht beeindruckend für alle, die noch nicht in Neuseeland waren. Ganz nett für uns
In die Wanderschuhe, fertig, los!
Manly ist einer der ruhigeren und naturnahen, dafür aber auch sehr teuren Stadtteile Sydneys
Und schließlich besuchten wir auch in unserer letzten Stadt Australiens wieder einen alten Bekannten. Chris, einen alten Franken, der sich vorerst für Australien entschieden hat und fleißig als Koch im Sheraton schuftet, um sich das teure Aussie-Leben leisten zu können. Von ihm und seiner Freundin wurden wir nicht nur göttlich bekocht, seiner Kamera-Großzügigkeit ist es auch zu verdanken, dass wir von Sydney überhaupt Fotos besitzen. Danke, Chris!

Auf dem Weg nach Darlingshurst zu Chris und Anna
Da haben wir schon alles aufgegessen.
Tja, und was ist nun unser persönlicher Favorit? Beide Städte haben uns sehr gut gefallen und nach der auf uns weniger toll wirkenden Gold Coast Australiens Ansehen in unseren Köpfen gerettet. Wahrscheinlich würden wir uns für Sydney entscheiden; obwohl auch Melbourne am Wasser liegt, ist der Hafen in Sydneys Stadtbild viel dominanter und gibt der Stadt einen besonderen Charme. Auch der Royal Botanic Garden, der ebenso riesig wie schön ist, hat uns für sich gewonnen. 

Der Royal Botanic Garden, riesengroß, grün und umrandet von Hochhäusern. Ein bisschen wie New Yorks Central Park, wären da nicht die Palmen.
Wer kann diesem Stadtbild schon wiederstehen?
Gleichzeitig hatten wir aber auch recht wenig Zeit für all die Kunst und Kultur in Melbourne, und viele Befürworter der Stadt im Süden sagen, dass man Melbournes Zauber erst wirklich spürt, wenn man länger dort bleibt.
Unser endgültiges Urteil also: wir müssen wiederkommen!

Des Schweins Nase soll Glück bringen! Wir wünschens uns für Asien, unsere nächste Station.

Mittwoch, 3. April 2013

Melbourne...

Von Brisbane ging es mit dem Flieger (für rund 150 Dollar nicht billig, doch der Bus war tatsächlich 4 mal so teuer) nach Melbourne, die Stadt, von der Australier ebenso wie Touristen schwärmen. Früh morgens landeten wir in Melbourne und, ach du Schreck, alle Hostels sind voll und teuer!? Nach ein paar Schritten war uns dann klar warum: Der Formel 1 Grand Prix fand genau an diesem Wochenende statt. Zum Glück kamen wir noch in einem recht netten Hostel unter und wurden von einer Hitzewand erschlagen, als wir uns am späten Nachmittag hinaustrauten. Der Weg ging nicht weiter als bis zum Strand, wo wir uns schweißgebadet mit einem Eis in den Sand fallen und die 35° mit gelegentlichen Sprüngen ins Meer über uns ergehen ließen. 


Sonne satt auf Melbournes Federation Square, dem zentralen Platz
Da werden Lukas Kindheitsträume geweckt

Stilmix
Über das gute Wetter freuen sich auch die vielen Straßencafes und -restaurants
Da das letzte Mal nun schon eine ganze Weile her war, trafen wir uns außerdem wieder mit Naomi und Iain, den beiden Engländern mit denen wir u.a. in Neuseeland zusammen gereist sind, die auch gerade zufällig in Melbourne unterwegs waren. Zusammen entschlossen wir uns, gemeinsam nach Phillip Island zu fahren, wo wir zuerst ein paar Koalas einen Besuch abstatteten. Außerdem lugt hier jede Nacht eine ganze Horde Zwergpinguine vorsichtig aus dem Meer, um dann in kleinen Grüppchen erst abwartend und dann immer beherzter den Strand zu überqueren auf dem Weg zurück zu ihren Nestern. Das war sehr niedlich ihnen dabei zuzuschauen, wie sie wippend und wiegend über den Strand watschelten. 

Mit Ian und Naomi unterwegs und somit in Besitz einer Kamera, mit der wir sogleich diesen gemütlichen Gesellen knipsen!
Bäume schütteln, auf denen Koalas sitzen, ist nicht erwünscht. Achso.
Weil Koalas nur die kaum energiereichen (nicht aber giftige!) Eukalyptusblätter fressen, schlafen sie bis zu 20h täglich, um Energie zu sparen.
Gruppenfoto mit faulem Koala!
Ein paar Wallabies hüpften auch umher
Von Bines Schwärmerein angestiftet, kaufte sich Ian ein Glas Sauerkraut - und schenkt es uns angewiedert, nachdem er ein Gäbelchen probiert hat. Und alle sind glücklich.
Der Strand von Phillip Island
Zwergpinguin-Habitat
Abends am Strand durfte man leider nicht fotografieren. Wir haben aber schon tagsüber diese kleinen Kollegen gesichtet!

Die sind so klein (nur 32 cm!), die kann man schon mal übersehen
Melbourne selber ist eine schöne Stadt, von der wir leider in den wenigen Tagen, die wir dort waren, nur das Zentrum wirklich sehen konnten. Etliche Hochhäuser reihen sich hier an einander und dazwischen laufen die schnurgeraden, aber grünen, baumgesäumten Straßen mit ihren alten Straßenbahnen. Von all der Kunst und Kultur, für die Melbourne so bekannt ist, bekamen wir sogar ein bisschen was mit, obwohl wir nur so kurz da waren: viele Häuserwände in engen Gassen wurden als riesige Leinwand genutzt und werden nun von außergewöhnlichen Motiven geziert. An vielen Ecken geben Straßenmusikanten ihr Bestes. Überall ist geschäftiges, aber nicht hektisches Treiben. 

Kunst an der Wand
Ein Österreicher und ein Ire, die in Berlin ihre Platte aufgenommen hatten, auf Tour. Die hatten echt was drauf!
Melbourne mit der alten Straßenbahn
Da muss man kurz nachdenken
Und zu guter Letzt haben wir noch alte Bekannte getroffen. Zum einen Harry, das walisische Mädchen, mit dem wir in Bolivien einige Tage in Potosí verbracht haben und bei der wir eine Nacht wegen des Grand Prix‘ und ausgebuchten Hostels übernachten mussten und die uns das Melbourner Nachtleben näher brachte. Zum anderen Bines alten Freunde Potzi, Denisa und seit Neustem Töchterchen Anna, die inzwischen hier wohnen und mit denen wir einen sehr schönen Abend verbrachten.

Sonntag, 31. März 2013

Australien Teil 1: rund um die Gold Coast

In Brisbane am Flughafen startete unser Australienaufenthalt, und zwar sehr angenehm: wir wurden nämlich von Ingo, Lukas' früherem Nachbarn aus dem Moorweg, der jetzt mit seiner Familie an der Goldcoast wohnt, mit dem Auto abgeholt. Bei ihm durften wir bleiben (als Gegenleistung haben wir gekocht, was sonst!), was uns super passte, denn Bine musste endlich mit ihrer Bewerbung vorankommen. Dann war es aber so gemütlich und komfortabel und Ingos Bücherregal so überragend, dass aus den paar geplanten Tagen schließlich elf wurden. 

Eines der vielen gemütlichen Abendessen mit Timon (8), Alina (7), Ingo und Ingrun
Ingo, der wahrscheinlich beste Gastgeber der Ostküste!
In unserem Gästezimmer am lesen. Jeder von uns beiden hat in den 11 Tagen fast 2 Bücher durchgelesen.
An der "goldenen Küste"
Ein bisschen was unternommen haben wir schon aber auch. Zum Beispiel einen Tag sind wir mit Ingos altem Pick Up zu einem Wasserfall gefahren, der in eine Höhle stürzt, oder haben mit der Bahn einen Tagesausflug nach Brisbane gemacht. 

Was das Alter angeht, nehmen sich stolzer Fahrer und Pick Up nicht viel
Die "Natural Bridge", ein zauberhafter Ort
Timon in der Kiste
Hier saß sogar ein Lifeguard drin, obwohl der Strand gesperrt war. Der ist entweder sehr verantwortungsbewusst oder hat zu viel Zeit!
Bine am Strand. Leider kein Badewetter.

Pizza Hawaii backen mit Alina und Timon
Bine modisch Ton in Ton mit Brisbanes Bücherei-Vorplatz
Brisbane mal ganz schon verwirrend
Gewusst, wie! Lukas verarbeitet rohe rote Beete zu leckerem Labskaus fürs Abschiedsessen
Während es uns bei Ingo zu Hause ganz offensichtlich sehr gut gefallen hat, dauerte es länger, mit Australien wirklich warm zu werden. Erstens war das Wetter ständig schlecht, und wir kamen sonnenverwöhnt aus Neuseeland, aber das war nicht der ausschlaggebende Grund. Australien kam uns vielmehr sehr amerikanisch vor: riesig groß, dafür kaum einladend. Um die Städte der Gold Coast ziehen sich dicke Gürtel riesiger Wohn-Vororte mit großen, flachen Häusern und fast ebenso großen Garagen, in denen dicke Autos parken. Auf den Straßen keine Fußwege, man sieht auch kaum Fußgänger, und ebenso wenige Fahrradfahrer. Riesige, zu stark klimatisierte Malls mit Parkplätzen, soweit das Auge reicht. Mehrspurige Straßen zwischen und in den Städten, aber kaum öffentlichen Nahverkehr. Das war nicht allzu sehr nach unserem Geschmack und eine heftige Umstellung nach dem kleinen, grünen und so zauberhaften Neuseeland.

Nach der Zeit mit Ingo stand schon gleich das zweite große Wiedersehen auf dem Plan: in Byron Bay, einem beliebten Surferort (der vieles dafür tut, dieses Image auch zu erhalten), trafen wir Valentin, Lukas' WG-Mitbewohner aus Bayreuth. Da wars um beide geschehen. Die folgenden gemeinsamen Abende wurden sehr gesellig, sehr fröhlich und sehr Goon-lastig (das ist der einzige bezahlbare aber leider nicht berauschendste dafür aber berauschende australische Wein aus 5- bis 10-Liter-Tetrapacks). Ob dabei der Goon zum Frohsinn oder der Frohsinn zum Goon führten, lässt sich im Nachhinhein nur noch schwer feststellen. Irgendwie war wohl beides eine Folge der Geselligkeit. 

Das freudige Wiedervereinigungsereignis wird gleich begossen mit Goon (gelbe Kartons) stilvoll aus Tassen. Trinkspiele helfen dabei. 
Australien kann auch Leuchttürme!
Mit Valentin und Tim am östlichsten Punkt des australischen Festlandes
Traurigerweise das letzte Foto von Lukas Kamera. Danach blies sie eine Böe in den Sand, und aus wars.
Gemeinsam mit Valentin, seinem Reisekumpan Tim aus Holland und zwei Engländern erkundeten wir auch noch Surfers Paradise, dem großen Konkurrenten von Byron Bay, was das Image eines Surferortes betrifft. Allerdings fiel es uns schwer, dem zugebauten und von Hochhäusern strotzenden Surfers Paradise abzukaufen, dass sein Name gerechtfertigt sei.

Fröhlich in Surfers Paradise angekommen
Nicht ganz so paradisisch, wie es klingt, finden wir
Auch nach Brisbane – für uns zum zweiten Mal – fuhren wir noch gemeinsam, dann trennten sich unsere Wege wieder. Wir flogen Richtung Süden nach Melbourne, während die anderen nach Norden weiterreisten.

Zur Freude aller anderen wurde in Brisbane aus Lukas' Vollbart ein Schnauzbart - zumindest für 12 Stunden
Bei unserem zweiten Brisbane-Besuch entdecken wir nun auch die grüne Seite der Stadt...

... und ihre Bewohner.
Gruppenfoto mit Elefant! Von links: Tim, Grant, Valentin und Joe. Holland, England, Deutschland, England.
Brisbane bei Nacht - der Ausblick von unserer Hostelterasse
Zum Abschiedsessen gabs Känguru, überragend!